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Rummikub Regeln: Anleitung, erste Auslage & Joker erklärt

Zwei Holzracks mit hellen Spielsteinen und Stoffbeutel auf dem Tisch
Spieler 2–4
Spielzeit 30–60 Min
Alter Ab 7 J.
Schwierigkeit Mittel
Ort Indoor
Material: 106 Spielsteine (2 Sätze 1–13 in vier Farben, 2 Joker), 4 Aufstellbretter, Beutel

Rummikub auf einen Blick

Rummikub überträgt die Idee des Kartenspiels Rommé auf griffige Zahlensteine und ergänzt sie um eine Regel, die das Spiel berühmt gemacht hat: Die gesamte Tischauslage darf umgebaut werden. Was gemütlich beginnt, entwickelt sich dadurch in der Schlussphase zu regelrechten Rechenkunststücken, bei denen halbe Tischplatten neu sortiert werden. Zwei bis vier Personen ab etwa sieben Jahren spielen mit, eine Partie über mehrere Runden dauert 30 bis 60 Minuten.

Erfunden wurde das Spiel in den 1940er Jahren vom Rumänen Ephraim Hertzano, der es später in Israel zum Verkaufsschlager machte. Heute erscheint es bei Jumbo und gehört zu den meistverkauften Gesellschaftsspielen überhaupt, 1980 wurde es in Deutschland zum Spiel des Jahres gekürt.

Spielmaterial: 106 Steine in vier Farben

Gespielt wird mit 106 Steinen: Die Zahlen 1 bis 13 gibt es in vier Farben, üblicherweise Schwarz, Blau, Rot und Orange, und jede Kombination existiert doppelt. Dazu kommen zwei Joker. Jeder Spieler erhält außerdem ein Aufstellbrett, auf dem die eigenen Steine für die Mitspieler unsichtbar stehen.

Zu Spielbeginn liegen alle Steine verdeckt in der Tischmitte oder im Beutel. Jeder Spieler zieht 14 Steine und sortiert sie auf seinem Brett. Wer die höchste gezogene Zahl vorweist, beginnt, danach geht es im Uhrzeigersinn weiter.

Reihen und Gruppen: die zwei erlaubten Serien

Steine kommen niemals einzeln auf den Tisch, sondern immer in Serien aus mindestens drei Steinen. Erlaubt sind genau zwei Formen:

Serie Aufbau Beispiel
Gruppe gleiche Zahl in drei oder vier verschiedenen Farben 7 in Rot, Blau und Schwarz
Reihe mindestens drei aufeinanderfolgende Zahlen derselben Farbe 4, 5, 6 in Orange

Zwei Feinheiten sorgen regelmäßig für Diskussionen: In einer Gruppe darf jede Farbe nur einmal vorkommen, zwei rote Siebener in derselben Gruppe sind also verboten. Und Reihen laufen nicht um die Ecke, nach der 13 folgt keine 1.

Die erste Auslage: die 30-Punkte-Hürde

Bevor ein Spieler am Spielgeschehen teilnehmen darf, muss er seine erste Auslage schaffen: eine oder mehrere Serien ausschließlich aus eigenen Steinen, deren Zahlenwerte zusammen mindestens 30 Punkte ergeben. Eine Reihe aus 9, 10 und 11 reicht dafür ebenso wie zwei kleinere Serien in einem Zug. Steine, die bereits auf dem Tisch liegen, dürfen für die erste Auslage nicht mitverwendet werden, und auch das Umbauen fremder Serien ist bis dahin tabu.

Gelingt die erste Auslage nicht, zieht der Spieler einen Stein aus dem Vorrat und der Nächste ist dran. Diese Hürde bremst Glückszüge zu Spielbeginn und macht das Startblatt zur ersten taktischen Entscheidung: Früh mit exakt 30 Punkten einsteigen oder eine Runde warten und mit einer breiten Auslage Druck aufbauen?

Spielablauf: anlegen, umbauen, nachziehen

Nach der ersten Auslage stehen einem Spieler in seinem Zug alle Möglichkeiten offen. Er darf beliebig viele eigene Steine ausspielen, an bestehende Serien anlegen und die gesamte Tischauslage neu kombinieren. Nur zwei Bedingungen müssen am Ende des Zuges erfüllt sein: Jede Serie auf dem Tisch besteht aus mindestens drei gültigen Steinen, und mindestens ein eigener Stein hat das Brett verlassen.

Das Umbauen ist der Kern des Spiels. Eine Reihe aus 4, 5, 6, 7 lässt sich an beiden Enden verlängern, in der Mitte teilen oder um einen Stein erleichtern, solange gültige Serien übrig bleiben. Wer eine blaue 8 loswerden will, zerlegt vielleicht eine Gruppe, verschiebt eine 9 in eine Reihe und baut aus den Trümmern zwei neue Serien. Geht die Rechnung nicht auf, muss die Auslage in den Ausgangszustand zurück, der Zug verfällt und zur Strafe wird ein Stein gezogen. Bewährt hat sich eine Bedenkzeit von einer Minute pro Zug, bei Turnieren sind auch zwei Minuten üblich.

Kann oder will ein Spieler nichts legen, zieht er einen Stein aus dem Vorrat. Anlegen und Ziehen im selben Zug ist nicht erlaubt, es gilt entweder oder.

Der Joker: mächtig, aber teuer

Die beiden Joker ersetzen jeden beliebigen Stein. Liegt ein Joker in einer Serie auf dem Tisch, darf ihn jeder Spieler gegen den echten Stein austauschen, den er gerade vertritt. Der eingetauschte Joker muss noch im selben Zug in eine neue Serie eingebaut werden, er wandert also nie auf das eigene Brett. Wer am Rundenende einen Joker auf dem Brett behält, zahlt dafür kräftig: Er zählt 30 Minuspunkte.

Rundenende und Wertung

Die Runde endet, sobald ein Spieler seinen letzten Stein abgelegt hat, traditionell mit dem Ruf „Rummikub!“. Alle anderen zählen die Zahlenwerte der Steine auf ihrem Brett zusammen und schreiben sie als Minuspunkte an, ein verbliebener Joker mit 30. Der Gewinner erhält die Summe aller gegnerischen Minuspunkte als Pluspunkte gutgeschrieben. Geht kein Zug mehr, weil der Vorrat leer ist und niemand legen kann, gewinnt der Spieler mit der niedrigsten Restsumme auf dem Brett. Nach der vereinbarten Rundenzahl gewinnt der Spieler mit der besten Gesamtbilanz.

Strategie: vier Tipps für den Sieg

  • Nicht alles sofort legen: Wer seine Serien früh auf den Tisch wirft, liefert den Gegnern Baumaterial. Starke Spieler halten Steine zurück und legen kurz vor Schluss in einem großen Zug ab.
  • Vierte Steine sammeln: Der vierte Stein einer Tisch-Gruppe und die Verlängerungen offener Reihen sind die einfachsten Ablagen. Das eigene Brett danach sortieren.
  • Joker nicht horten: 30 Minuspunkte tun weh. Spätestens wenn ein Mitspieler nur noch wenige Steine hat, muss der Joker vom Brett.
  • Den Vorrat im Blick behalten: Je kleiner der Vorrat, desto wertvoller wird jeder ablegbare Stein und desto riskanter jede abwartende Taktik.

Häufig gestellte Fragen zu den Rummikub Regeln

Wie viele Steine bekommt jeder Spieler am Anfang?

Jeder Spieler zieht zu Beginn 14 Steine und stellt sie auf sein Brett. Der Rest bleibt verdeckt als Vorrat in der Tischmitte oder im Beutel liegen.

Was zählt alles zur ersten Auslage mit 30 Punkten?

Nur eigene Steine in einem einzigen Zug. Die Werte aller neu ausgelegten Serien werden addiert, ein Joker zählt dabei so viel wie der Stein, den er ersetzt. Tischsteine anderer Spieler dürfen weder mitgezählt noch umgebaut werden.

Darf ich in einem Zug sowohl legen als auch ziehen?

Nein. Wer mindestens einen Stein ablegt, zieht nicht nach. Gezogen wird nur, wenn ein Spieler in seinem Zug keinen einzigen Stein loswird oder ein missglückter Umbau als Strafe einen Zusatzstein kostet.

Dürfen zwei gleiche Farben in einer Gruppe liegen?

Nein. Eine Gruppe besteht aus drei oder vier Steinen mit derselben Zahl in lauter verschiedenen Farben. Zwei blaue Neuner in einer Gruppe sind regelwidrig, auch wenn beide aus unterschiedlichen Sätzen stammen.

Wie funktioniert das Zurückholen eines Jokers vom Tisch?

Ein ausliegender Joker darf gegen genau den Stein getauscht werden, den er in seiner Serie ersetzt. Der Tauschende muss den Joker noch im selben Zug in eine neue Serie einbauen. Vor der eigenen ersten Auslage ist der Tausch nicht erlaubt.

Was passiert, wenn mein Umbau der Auslage nicht aufgeht?

Dann wird die Auslage in den Zustand vor dem Zug zurückgebaut, die betroffenen eigenen Steine gehen zurück auf das Brett und der Spieler zieht zur Strafe einen Stein aus dem Vorrat. Deshalb lohnt es sich, große Umbauten vor dem Anfassen der Steine durchzurechnen.

Läuft eine Reihe von der 13 wieder zur 1?

Nein, Reihen enden bei der 13. Die Kombination 12, 13, 1 ist keine gültige Reihe. Die 1 kann nur am unteren Ende einer Reihe oder in einer Gruppe verwendet werden.

Wie lange darf ein Zug bei Rummikub dauern?

Die verbreitete Hausregel gewährt eine Minute pro Zug, offizielle Turniere arbeiten mit bis zu zwei Minuten. Wer beim Ablauf der Zeit mitten im Umbau steckt, stellt den Ausgangszustand wieder her und zieht einen Strafstein.

Was unterscheidet Rummikub von Rommé mit Karten?

Das Serien-Prinzip ist nahezu identisch, Rummikub erlaubt aber das freie Umbauen der gesamten Tischauslage, was es beim klassischen Kartenspiel nicht gibt. Dafür entfallen Elemente wie das Klopfen oder der Ablagestapel aus dem Rommé.

Kann Rummikub auch zu zweit gespielt werden?

Ja, das Spiel funktioniert ab zwei Personen ohne Regeländerung. Zu zweit ist der Vorrat größer und das Nachziehen weniger riskant, dadurch dauern die Runden tendenziell etwas länger als in voller Besetzung.

Verwandt und doch anders

Wer Rummikub mag, findet in der Verwandtschaft weitere lohnende Spiele: Das Kartenspiel Rommé liefert das Original-Prinzip samt Klopf-Regel, und wer Legespiele mit Steinen bevorzugt, wird beim Domino-Ableger Mexican Train fündig.

Kurzregel zum Ausdrucken

Diese kompakte Regelkarte enthält die wichtigsten Regeln auf einen Blick. Einfach ausdrucken, ausschneiden und zum Spieleabend mitnehmen!

🀄Rummikub♠ 2–4 Spieler ⏲ 30–60 Min.1. Jeder zieht 14 Steine auf sein Brett2. Erste Auslage: eigene Serien mit 30+ Punkten3. Gruppen: gleiche Zahl in drei bis vier Farben4. Reihen: mind. drei Folgezahlen einer Farbe5. Danach frei anlegen und Auslage umbauen6. Wer nichts legt, zieht einen Stein nachludomax.de