Kubb: Hartholz oder Weichholz? Materialvergleich & Kaufberatung
Hartholz oder Weichholz: Die Grundlagen
Wer ein Kubb-Set kaufen möchte, steht schnell vor einer entscheidenden Frage: Soll es aus Hartholz oder Weichholz gefertigt sein? Diese Wahl beeinflusst Spielgefühl, Haltbarkeit und Preis erheblich. Im schwedischen Original werden Kubb-Sets traditionell aus Birkenholz hergestellt – einem Hartholz, das in Skandinavien reichlich vorhanden ist. Doch der internationale Markt bietet heute Sets aus den unterschiedlichsten Holzarten.
Unter Hartholz versteht man Hölzer von Laubbäumen wie Birke, Buche, Eiche oder Gummibaum. Sie zeichnen sich durch eine höhere Dichte und Festigkeit aus. Weichhölzer stammen von Nadelbäumen wie Kiefer, Fichte oder Tanne und sind leichter sowie günstiger in der Verarbeitung. Die Unterscheidung bezieht sich dabei auf die botanische Klassifizierung – manche Weichhölzer können durchaus härter sein als bestimmte Harthölzer.
Materialvergleich im Detail
Birkenholz ist der Klassiker für Kubb-Sets. Es bietet eine Dichte von etwa 650 kg/m³ und damit ein angenehmes Gewicht. Birken-Kubbs fühlen sich solide in der Hand an, haben einen satten Klang beim Aufprall und widerstehen Absplitterungen gut. Ein Birken-Set hält bei normaler Nutzung viele Jahre. Nachteil: Birkenholz ist nicht besonders witterungsbeständig und sollte nach dem Spielen nicht im Regen stehen bleiben.
Buchenholz ist mit einer Dichte von rund 720 kg/m³ noch etwas schwerer als Birke. Buchen-Sets sind extrem robust und halten auch intensiver Turnier-Nutzung stand. Die helle, gleichmäßige Maserung wirkt hochwertig. Allerdings neigt Buche bei Feuchtigkeit zum Verziehen, weshalb eine gute Lagerung wichtig ist.
Gummibaum (Hevea brasiliensis) wird häufig für günstigere Hartholz-Sets verwendet. Das Holz hat ähnliche Eigenschaften wie Birke, ist jedoch etwas leichter. Gummibaum-Sets sind ein guter Kompromiss aus Qualität und Preis, da Gummibaumholz als Nebenprodukt der Kautschukproduktion reichlich verfügbar ist.
Kiefernholz ist das am häufigsten verwendete Weichholz für Budget-Kubb-Sets. Mit einer Dichte von nur 500 kg/m³ sind Kiefern-Kubbs deutlich leichter. Das hat Vor- und Nachteile: Leichtere Kubbs lassen sich besser werfen, werden aber auch leichter umgeworfen. Das größte Problem: Kiefernholz splittert bei harten Aufprallen und zeigt nach wenigen Saisons deutliche Gebrauchsspuren.
Spielverhalten und Wurfgefühl
Das Material beeinflusst direkt das Spielerlebnis. Schwere Hartholz-Wurfhölzer liegen stabiler in der Hand und lassen sich kontrollierter werfen. Sie haben mehr Durchschlagskraft und können Kubbs zuverlässiger umwerfen, auch wenn sie nicht perfekt treffen. Turnierspieler bevorzugen fast ausnahmslos Hartholz.
Leichte Weichholz-Wurfhölzer erfordern eine andere Technik. Sie sind anfälliger für Wind und Flugbahnabweichungen, was das Spiel unberechenbarer macht. Für Kinder kann das geringere Gewicht allerdings ein Vorteil sein, da sie die Wurfhölzer leichter handhaben können.
Auch der König – die zentrale Figur des Spiels – unterscheidet sich je nach Material deutlich. Ein Hartholz-König steht stabiler und kippt nicht so leicht bei zufälligen Berührungen. Das ist spielentscheidend, denn das versehentliche Umwerfen des Königs bedeutet den sofortigen Verlust der Partie.
Kaufberatung: Worauf achten?
Beim Kauf eines Kubb-Sets sollten neben dem Holz weitere Faktoren berücksichtigt werden. Die Maße der Kubbs sollten dem schwedischen Standard entsprechen: 7 × 7 × 15 cm für die Basiskubbs und 9 × 9 × 30 cm für den König. Wurfhölzer haben standardmäßig einen Durchmesser von 4,4 cm und eine Länge von 30 cm.
Die Verarbeitung ist mindestens so wichtig wie das Material. Achten Sie auf saubere Schnitte ohne Splitter, abgerundete Kanten und eine gleichmäßige Oberfläche. Gute Hersteller schleifen die Kubbs fein und versehen sie mit einer Schutzlasur oder Ölung. Lackierte Sets sehen anfangs schön aus, aber der Lack kann bei Aufprallen absplittern.
Empfehlenswerte Hersteller mit Hartholz-Sets sind unter anderem Bex aus Schweden, Kubb Game aus dem Gotland, und der deutsche Hersteller Ocean5. Für Gelegenheitsspieler bieten auch die Sets von Tactic Games aus Finnland ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Preislich bewegen sich Weichholz-Sets zwischen 20 und 40 Euro, solide Hartholz-Sets zwischen 40 und 80 Euro, und Premium-Turniersets aus Birke oder Buche können 80 bis 150 Euro kosten. Die Investition in ein hochwertiges Set lohnt sich, wenn man regelmäßig spielt.
Pflege und Lagerung
Unabhängig vom Material gilt: Kubb-Sets sollten trocken gelagert werden. Feuchtigkeit ist der größte Feind von Holz. Nach dem Spielen auf nassem Rasen sollten die Kubbs abgetrocknet und an einem luftigen Ort gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung über längere Zeit kann das Holz austrocknen und zu Rissen führen.
Ein- bis zweimal pro Saison empfiehlt sich eine Behandlung mit Leinöl oder einem speziellen Holzöl für Spielzeug. Das Öl dringt in die Fasern ein, schützt vor Feuchtigkeit und hält das Holz geschmeidig. Stark beanspruchte Stellen – vor allem die Aufprallflächen der Kubbs – können bei Bedarf leicht nachgeschliffen werden.
Häufige Fragen
Welches Holz wird bei Kubb-Weltmeisterschaften verwendet?
Bei der offiziellen Kubb-Weltmeisterschaft auf Gotland werden traditionell Sets aus schwedischem Birkenholz verwendet. Die Turniersets werden von lokalen Herstellern auf der Insel gefertigt und müssen strenge Maß- und Gewichtsvorgaben erfüllen.
Kann ich ein Kubb-Set selbst bauen?
Ja, mit einer Säge und Schleifpapier lässt sich ein Kubb-Set durchaus selbst herstellen. Verwenden Sie am besten Buchenholz-Kanteln aus dem Baumarkt. Wichtig ist, dass alle Kubbs exakt gleich groß und gleich schwer sind, damit das Spiel fair bleibt.
Eignet sich Bambusholz für Kubb-Sets?
Bambusholz ist botanisch gesehen ein Gras, hat aber holzähnliche Eigenschaften mit hoher Dichte und Härte. Vereinzelt gibt es Kubb-Sets aus Bambus, die gute Spieleigenschaften aufweisen. Allerdings kann Bambus bei starken Stößen splittern, weshalb es sich noch nicht als Standardmaterial etabliert hat.