Mau Mau Regeln: Spielablauf, 7, 8 und Bube einfach erklärt
Spielübersicht
Die Mau Mau Regeln sind schnell erklärt und genau das macht dieses Kartenspiel zum wohl bekanntesten Familienspiel im deutschsprachigen Raum: Wer zuerst alle Handkarten ablegt, gewinnt die Runde. Gespielt wird mit 2 bis 6 Personen ab etwa 5 bis 6 Jahren, eine einzelne Runde dauert selten länger als 10 Minuten, mit Punktwertung über mehrere Runden etwa eine halbe Stunde. Benötigt wird lediglich ein Skatblatt mit 32 Karten.
Eine Besonderheit gleich vorweg: Ein offizielles, verbindliches Regelwerk existiert für Mau Mau nicht. Das Spiel wurde über Generationen mündlich weitergegeben, weshalb sich regional unterschiedliche Hausregeln entwickelt haben, etwa bei der Zahl der Handkarten oder der Wirkung des Asses. Dieser Artikel beschreibt die am weitesten verbreitete Standardvariante und benennt anschließend die wichtigsten Abweichungen.
Spielmaterial: Die Mau Mau Karten
Als Mau Mau Karten dient klassischerweise ein Skatblatt mit 32 Karten: die vier Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo (im deutschen Blatt Eichel, Grün, Rot und Schellen) mit jeweils acht Werten von der 7 bis zum Ass. Spezialkarten wie bei UNO gibt es nicht, die Sonderfunktionen übernehmen normale Karten des Blatts.
Regional, vor allem bei größeren Runden ab 5 Spielern, kommt stattdessen ein 52er-Blatt zum Einsatz, teils ergänzt um 2 oder 3 Joker als universelle Wunsch- oder Zugkarten. Für den Einstieg und für 2 bis 4 Personen reicht das Skatblatt völlig aus. Auch fertige Mau-Mau-Decks aus dem Handel sind inhaltlich nichts anderes als ein bebildertes Standardblatt.
Vorbereitung und Kartenverteilung
Ein Spieler mischt das Blatt gründlich und teilt reihum verdeckt aus. Die Mau Mau Regeln sehen beim Skatblatt üblicherweise 5 Handkarten pro Person vor; regional werden auch 6 oder 7 Karten verteilt, beim 52er-Blatt meist 7. Wichtig ist nur, dass alle gleich viele erhalten. Der Rest kommt verdeckt als Talon in die Tischmitte.
Die oberste Karte des Talons wird aufgedeckt und daneben gelegt: Sie eröffnet den Ablagestapel. Zeigt die Startkarte eine Sonderfunktion, gilt sie je nach Hausregel sofort für den ersten Spieler oder bleibt wirkungslos; auch das sollte vorab geklärt werden. Es beginnt der Spieler links vom Geber, weiter geht es im Uhrzeigersinn.
Mau Mau Regeln: So läuft eine Runde ab
Der Kern der Mau Mau Regeln besteht aus einem einzigen Prinzip: bedienen. Wer an der Reihe ist, legt eine Handkarte auf den Ablagestapel, die zur obersten Karte passt. Passend heißt: gleiche Farbe oder gleicher Wert. Auf eine Herz 10 dürfen also jede andere Herz-Karte oder eine beliebige 10 gelegt werden. Der Ablauf im Einzelnen:
1. Karte prüfen
Der Spieler am Zug schaut auf die oberste Karte des Ablagestapels und sucht in der Hand nach einer Karte gleicher Farbe oder gleichen Werts. Ein Bube darf nach Standardregel jederzeit gelegt werden, unabhängig von Farbe und Wert.
2. Karte ablegen oder ziehen
Kann oder will der Spieler nicht bedienen, zieht er genau eine Karte vom Talon. Passt sie, darf sie in den meisten Runden sofort gelegt werden; andernfalls wandert sie auf die Hand und der Nächste ist dran. Pro Zug wird nur eine Karte abgelegt.
3. Sonderkarten ausführen
Legt jemand eine 7, eine 8 oder einen Buben, tritt die Wirkung sofort in Kraft. Details dazu folgen im nächsten Abschnitt.
4. „Mau“ ansagen
Wer seine vorletzte Karte ablegt und nur noch eine einzige hält, muss laut „Mau“ sagen. Vergisst er die Ansage und ein Mitspieler bemerkt es rechtzeitig, zieht er zur Strafe nach, üblich sind 1 oder 2 Karten.
5. „Mau Mau“ rufen und gewinnen
Beim Ablegen der letzten Karte ruft der Spieler „Mau Mau“ und beendet damit die Runde. Ohne Ansage kein Sieg: Wer den Ruf vergisst, nimmt Strafkarten auf und spielt weiter. Ist der Talon zwischendurch aufgebraucht, wird der Ablagestapel bis auf die oberste Karte neu gemischt.
Sonderkarten bei Mau Mau: 7, 8, Bube und Ass
Die Sonderkarten bringen Tempo und Schadenfreude ins Spiel. Ihre Wirkungen im Überblick:
| Karte | Wirkung | Wichtige Details |
|---|---|---|
| 7 | Der nächste Spieler zieht 2 Karten | Stapelbar: Wer selbst eine 7 legt, gibt 4 (bzw. 6, 8) weiter, statt zu ziehen |
| 8 | Der nächste Spieler setzt aus | Regional darf eine eigene 8 die Wirkung weiterreichen |
| Bube | Wunschkarte: Der Spieler bestimmt die nächste Farbe | Darf auf jede Karte gelegt werden; „Bube auf Bube“ ist vielerorts verboten |
| Ass | Regional: Der Spieler darf sofort noch eine Karte legen | Keine Standardwirkung, vorher absprechen |
Die Mau Mau 7 ist die gefürchtetste Karte des Spiels: Wer sie erhält, zieht 2 Karten, es sei denn, er kontert mit einer eigenen 7. Dann nimmt der übernächste Spieler bereits 4 Karten auf, bei der dritten 7 in Folge 6 und mit der vierten schließlich 8. Erst wer keine 7 legen kann oder will, zieht den gesamten aufgelaufenen Betrag.
Der Mau Mau Bube ist die taktisch wertvollste Karte: Er passt auf jede Auslage und erlaubt es, sich eine Farbe zu wünschen, die die Mitspieler bedienen müssen. Die verbreitete Zusatzregel „Bube auf Bube gilt nicht“ verhindert, dass ein Wunsch sofort überschrieben wird. Ob sie gilt, entscheidet die Runde vor Spielbeginn.
Punktwertung: Wer verliert wie hoch?
In der einfachsten Form endet Mau Mau, sobald jemand seine letzte Karte ablegt, und der Gewinner steht fest. Die Mau Mau Regeln für längere Spielabende ergänzen eine optionale Punktwertung: Die Verlierer zählen die Werte ihrer Restkarten als Minuspunkte, gespielt wird über mehrere Runden, und wer zuerst eine vereinbarte Grenze von häufig 100 oder 125 Punkten überschreitet, verliert das Gesamtspiel.
| Karte | Punktwert |
|---|---|
| 7, 8, 9, 10 | Zahlenwert (7, 8, 9 bzw. 10 Punkte) |
| Bube | 20 Punkte |
| Dame | 10 Punkte |
| König | 10 Punkte |
| Ass | 11 Punkte |
Der hohe Wert des Buben hat einen spürbaren Effekt: Wer seine Wunschkarte zu lange aufspart, riskiert am Rundenende die höchste Einzelstrafe des Blatts. Manche Runden verdoppeln alle Minuspunkte, wenn der Gewinner mit einem Buben abschließt.
Varianten und regionale Mau Mau Spielregeln
Weil kein Verlag und kein Verband die Mau Mau Regeln verbindlich festgelegt hat, existieren dutzende Hausregeln nebeneinander. Keine davon ist „falsch“, entscheidend ist allein die Absprache vor der ersten Karte. Die häufigsten Abweichungen: In Teilen Deutschlands bedeutet das Ass „noch einmal legen“, in Österreich und Bayern läuft das Spiel als Neunerln mit der 9 als Wunschkarte, und mancherorts kehrt eine bestimmte Karte die Spielrichtung um. Verbreitet ist außerdem die Regel, dass die letzte Karte keine Sonderkarte sein darf; ein Bube als Schlusskarte zählt dann nicht oder kostet Strafkarten.
Auch beim Ziehen gibt es Unterschiede. Streng gespielte Runden verlangen Legezwang: Wer bedienen kann, muss bedienen. Lockere Varianten erlauben freiwilliges Ziehen, etwa um eine 7 aufzusparen. Crazy Eights im englischsprachigen Raum und das kommerzielle UNO beruhen übrigens auf demselben Mechanismus, nur mit anderen Sonderkarten und eigenem Blatt.
Häufig gestellte Fragen zu Mau Mau
Wie viele Karten bekommt jeder Spieler bei Mau Mau?
Nach den gängigen Mau Mau Regeln erhält beim Skatblatt mit 32 Karten jeder Spieler 5 Handkarten. Regional werden auch 6 oder 7 Karten ausgeteilt, beim 52er-Blatt meist 7. Wichtig ist nur, dass alle gleich viele erhalten.
Kann man Mau Mau zu zweit spielen?
Ja, Mau Mau funktioniert bereits ab 2 Spielern. Zu zweit wirken 8 (aussetzen) und 7 (zwei ziehen) besonders stark, weil sie immer denselben Gegner treffen. Am lebhaftesten ist das Spiel mit 3 bis 5 Personen.
Was passiert, wenn man „Mau“ zu sagen vergisst?
Wer beim Ablegen der vorletzten Karte die Ansage „Mau“ vergisst und ertappt wird, zieht Strafkarten, üblich sind 1 oder 2. Dasselbe gilt für das vergessene „Mau Mau“ bei der letzten Karte: Der Sieg zählt nicht und das Spiel geht weiter.
Was bedeutet die 7 bei Mau Mau?
Die 7 zwingt den nächsten Spieler, 2 Karten zu ziehen. Legt dieser selbst eine 7, nimmt der übernächste 4 Karten auf; die Strafe wächst mit jeder weiteren 7 um 2, maximal auf 8 Karten.
Darf man einen Buben auf einen Buben legen?
Das hängt von der Hausregel ab. In vielen Regionen gilt „Bube auf Bube gilt nicht“, damit ein Farbwunsch nicht sofort überschrieben wird. Andere Runden erlauben es ausdrücklich. Ein allgemeinverbindliches Verbot existiert nicht, die Frage gehört vor Spielbeginn geklärt.
Welche Rolle spielt das Ass in den Mau Mau Regeln?
In der Standardvariante ist das Ass eine normale Karte ohne Sonderfunktion. Regional weit verbreitet ist jedoch die Regel, dass der Spieler nach einem Ass sofort noch eine weitere Karte legen darf. In der Punktwertung zählt das Ass 11 Punkte.
Gibt es offizielle Mau Mau Spielregeln?
Nein, ein offizielles Regelwerk oder einen zuständigen Verband gibt es nicht. Mau Mau wurde mündlich überliefert, weshalb Handkartenzahl, Ass-Wirkung und Bube-auf-Bube-Frage regional variieren. Verbindlich ist die Absprache der Runde vor dem Austeilen.
Ist Mau Mau dasselbe wie UNO?
Das Spielprinzip ist nahezu identisch: Farbe oder Wert bedienen, Zieh- und Aussetzkarten, Ansagepflicht bei der vorletzten Karte. UNO ist die kommerzielle Umsetzung mit eigenem 108er-Blatt, Mau Mau kommt mit einem gewöhnlichen Skat- oder Pokerblatt aus.
Ab welchem Alter können Kinder Mau Mau spielen?
Kinder ab etwa 5 bis 6 Jahren können mitspielen, sobald sie Farben und Kartenwerte sicher erkennen. Für die Jüngsten empfiehlt es sich, zunächst ohne Punktwertung und ohne Stapel-Regel bei der 7 zu spielen.
Wie lange dauert eine Partie Mau Mau?
Eine einzelne Runde dauert je nach Spielerzahl etwa 5 bis 10 Minuten. Mit Punktwertung über mehrere Runden, etwa bis 100 Minuspunkte, ergeben sich 20 bis 30 Minuten.
Muss man eine Karte legen, wenn man bedienen kann?
Auch das regeln die Runden unterschiedlich. Streng gespielt gilt Legezwang: Wer bedienen kann, muss legen. Viele Familien erlauben stattdessen, freiwillig zu ziehen und Karten taktisch zurückzuhalten. Beide Fassungen sind verbreitet.
Was passiert, wenn der Nachziehstapel leer ist?
Dann wird der Ablagestapel bis auf die oberste Karte neu gemischt und verdeckt als frischer Talon ausgelegt. Das Spiel läuft ohne Unterbrechung weiter.
Tipps für Einsteiger
Behalten Sie Ihre Buben so lange wie möglich auf der Hand, denn die Wunschkarte rettet Sie genau in dem Moment, in dem Sie weder Farbe noch Wert bedienen können. Legen Sie zuerst die Farben ab, von denen Sie viele Karten halten, und achten Sie darauf, welche Farben Ihre Mitspieler ziehen lassen: Wer bei Herz regelmäßig passt, bekommt von Ihnen Herz serviert. Halten Sie eine 7 als Konter zurück, wenn ein Nachbar auf seine letzten Karten zusteuert, und spielen Sie die 8 gezielt gegen den Spieler, der gerade „Mau“ gesagt hat. Und sagen Sie „Mau“ laut und sofort: Die meisten verlorenen Runden gehen nicht auf schlechte Karten zurück, sondern auf eine vergessene Ansage.
Kurzregel zum Ausdrucken
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